Wilhelm-Peters-Fonds PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 27. August 2009 um 12:37 Uhr

Für 2009 sind insgesamt fünf Förderanträge eingereicht worden. Da 2008 ein langjähriges Forschungsprojekt eingereicht wurde, das infolge seiner Fragestellung den Interessen unserer Mitgliederschaft sehr entsprach – das Forschungsvorhaben über das „Sozialverhalten der Eidechsennatter (Malpolon monspessulanus) und anderer Sandrenn-Nattern (Psammophinii) von Frau Dipl.-Biol. Stephanie de Pury aus Bonn –, wir aber aus finanziellen Gründen nur eine Förderung in drei Jahresraten á € 700,- vornehmen konnten, musste nun heuer der Abzug der zugesagten 2. Rate vorgenommen werden. Damit stehen für 2009 nur noch € 4.300,- zur Verfügung.

Die eingereichten Förderanträge 2009

Reinhard, Sandy und Alexander Kupfer, beide Friedrich-Schiller-Universität Jena (Diplomarbeit von Frau Reinhard; betreut von Herrn Dr. A. Kupfer und Frau Dr. V. Weissbecker): „Warum unterscheiden sich die Geschlechter? Die Evolution der Sexual­dimor­phismen und Lebensstrategien von Molchen und Salamandern (A: Urodela: Salamandridae).“ (Beantragt: € 1.000,-; Förderung: € 600,-)

Geissler, Peter, ZFMK Bonn (betreut von Prof. W. Böhme & Dr. T. Ziegler): „Verteilung und Biodiversitätsmuster der Herpetofaunen unterschiedlicher Waldgebiete im Cat-Tien-Nationalpakt Südvietnams.“ (Beantragt: € 800,-; Förderung: € 600,-)

Dipl.-Biol. Dehling, Maximilian und Prof. Dr. Alexander Haas, Universität Marburg und Universität Hamburg: „Abschluss der Inventarisierung der Amphibien des Gunung-Mulu-Nationalparks, Borneo, unter Berücksichtigung der Larven und der Bioakustik.” (Beantragt: € 2.000,-; Förderung: € 1.500,-)

Dipl.-Biol. Johannes Köhler, Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt/M. (Dissertation; betreut von Prof. Streit & Dr. Köhler): „Evolution kryptischer Saumfingerarten Mittelamerikas.“ (Beantragt: € 1.846,-; Förderung: € 1.200,-)

Dr. Gunther Köhler, Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt/M.: „Taxonomie und Zoogeografie von Cochranella albomaculata (Centrolenidae).“ (Beantragt: € 654,-; Förderung: € 400,-)


Es fanden alle in der Kommission mehrheitlich ihre Förderwürdigkeit bestätigt. Es wurde als wichtigstes Kriterium hinterfragt, ob die zu erwartenden Ergebnisse den Interessen unserer Mitgliederschaft entsprechen und ob die Veröffentlichung der Ergebnisse ins Profil unserer wissenschaftlichen Zeitschrift „Salamandra“ passt. Das konnte in allen Fällen bestätigt werden. Die beantragten Fördermittel mit der Summe von € 6.300,- überschritten jedoch die zur Verfügung stehenden Fondsmittel von € 4.300,- deutlich, so dass wie schon oft in den vergangenen Jahren die komplizierte Aufgabe entstand, entweder eine Kürzung der Förderung vorzunehmen oder nur einen Teil der Vorhaben im beantragten Umfang zu fördern und die übrigen Projekte ungefördert zu lassen. Nach schwierigen Diskussionen hat sich die Kommission zur Variante der gekürzten Förderung entschlossen. Bei der Festlegung der Fördermittel wurde versucht, die Kürzung so vorzunehmen, dass nach unserer Meinung die Durchführung des Forschungsvorhabens doch noch möglich erscheint. Wir hoffen sehr, dass die Praxis der Kommissions-Entscheidung Recht geben wird!

Dieses Jahr war es möglich, ein neues Mitglied für die Kommission des „Wilhelm-Peters-Fonds“ zu gewinnen: Herr PD Dr. habil. Mark-Oliver Rödel, dem neuen Kustoden der herpetologischen Sammlung des Zoologischen Museums im Museum für Naturkunde an der Humboldt-Universität Berlin. Dr. Rödel, der am Berliner Museum die Nachfolge von Dr. Rainer Günther angetreten hatte, wird in den nächsten Jahren gern in unserer Fonds-Kommission mitarbeiten. Er hat mit seinem alten Team eine Menge Erfahrungen in der herpetologischen Forschungsarbeit vor allem in West-Afrika gesammelt: von den schwierigen Feldarbeiten und Exkursionen vor Ort bis zur langwierigen Auswertung der Beobachtungs- und Sammelergebnisse, wozu mitunter auch wieder Studienaufenthalte in auswärtigen Museumssammlungen notwendig wurden. Er wird also in jeder Hinsicht ein kompetentes und erfahrenes Kommissionsmitglied sein, für dessen Mitarbeit wir ihm herzlich danken!

Gemeinsam wünschen wir nun allen geförderten Forschern viel Erfolg und interessante Ergebnisse.