Eissalamander PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 20. Juli 2010 um 10:57 Uhr
Vom Sibirischen Winkelzahnmolch (Salamandrella keyserlingii) weiß man seit einiger Zeit, dass er in Winterquartieren auch über längere Zeit Temperaturen bis zu -35 °C sschadlos übersteht, obwohl er dabei komplett einfriert. Jetzt haben Forscher der russischen Wissenschaftsakademie herausgefunden, dass ihm sein Verwandter, Schrencks Winkelzahnmolch (Salamandrella schrenckii) diesbezüglich in nichts nachsteht. Auch dieser Molch verbringt den Winter nur wenige Zentimeter tief in den Waldboden eingegraben, hat aber ein erheblich kleineres Verbreitungsgebiet als sein bekannterer Verwandter. In den Winterquartieren dieser Art maßen die Forscher nicht unter -17 °C. Daher vermuteten Sie, dass das kleinere Verbreitungsareal dieser Schwanzlurche in einer geringeren Kälteresistenz begründet sein könnte. Um diese These zu verifizieren, kühlten sie die Salamander im Labor auf extrem niedrige Temperaturen ab. Dabei begannen die Körperflüssigkeiten der Lurche ab etwa -2,7 °C langsam einzufrieren. Allerdings waren auch bei -20 °C nur knapp die Hälfte der Körperflüssigkeiten wirklich gefroren.
Im Laborexperiment überstanden die Molche problemlos Temperaturen bis zu -20 °C, bei -30 °C kam es zu einzelnen Todesfällen, -35 °C überlebte nur einer von drei Molchen, und bei -40 °C erfroren alle Versuchstiere.    
Diese Werte entsprechen den Verhältnissen beim Sibirischen Winkelzahnmolch, so dass der Grund für die begrenzte Verbreitung dieser Schwesterart offenbar nicht in einer schlechteren Kälteresistenz zu suchen ist.
(Quelle: Berman, D.I. et al (2010), Doklady Biological Sciences, 431: 131-134)